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    Refashion

    Mom-Jeans Refashioning: Mal eben einen Hosenbund enger nähen? Am Arsch!

    Zum heutigen Me Made Mittwoch zeige ich euch gleich zwei Sachen: Eine frisch genähtes Tank Top und ein Jeans Refashioning. Letzteres ist schon ein paar Monate her und hat mich leider ziemlich viele Nerven gekostet, weshalb ich es jetzt über mich bringe, den Text dazu zu veröffentlichen. Über die Hose gibt es wesentlich mehr zu erzählen, deshalb fange ich damit an. Hier aber schonmal das Outfit im Ganzen. Leider habe ich, bzw. meine Kamera es heute nicht geschafft, den dunkelblauen Rib Jersey des Oberteils richtig einzufangen. Deshalb gibt es weiter unten nochmal Detailfotos.

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    Ich überlege jetzt schon, was ich tolles aus dem letzten Rest des Rib Jerseys machen kann.

    Die Hose oder „Das Mom-Jeans-Desaster“

    [Diesen Text habe ich schon vor ein paar Monaten geschrieben]

    Ich wollte eine Jeans mit Abnähern am Bund enger nähen und bin dabei hart an die Grenzen meiner Geduld gestoßen. Am Ende hat es doch geklappt, wenn auch nicht so, wie ich es mir zunächst überlegt hatte. Trotzdem finde ich das Ergebnis im Nachhinein gar nicht so schlecht und möchte die Methode deshalb hier zeigen. Wie so oft könnt ihr also gleich aus meinen Fehlern (oder Dummheiten? Ich weiß es nicht.) lernen, so dass es bei euch dann hoffentlich auf Anhieb klappt.

    Ausgangsmaterial: Eine am Bund zu weite Jeans aus dem Second Hand Shop

    In meinem Kleiderschrank herrscht immer noch ein Mangel an Hosen und das, obwohl in den letzten Monaten meine blaue Culotte und die schwarz gefärbte Jeans dazu gekommen sind. Leider sind seitdem aber auch zwei andere Hosen kaputt gegangen und ich hatte noch keine Zeit und Muße, sie zu reparieren. Dafür habe ich aber vor einiger Zeit im Second Hand Laden eine Jeans erstanden, die einfach… untragbar war. Aber sie hatte so, sagen wir „interessante“ Applikationen aus Jeansstreifen an den Seiten, die konnte ich nicht liegen lassen. So sehen sie aus:

    Als ich die Hose sah, dachte ich so ungefähr „Wow, coole Hose, die ist ja megahäßlich! Muss ich haben! Bloß nicht! … dass sie mir jemand weg schnappt!“ Es gibt Kleidungsstücke, die sind so häßlich, dass sie schon wieder gut sind. Aber manchmal auch einfach nur häßlich und ich traue mir nicht immer zu zu erkennen, auf welcher Seite dieses schmalen Grades sich ein Kleidungsstück befindet. Trotzdem, die Hose hatte es mir angetan und ich redete mir ein, da könnte ich wirklich was draus machen. Den Hosenbund enger nähen zum Beispiel. Das würde schon reichen und auch ganz schnell gehen, habe ich mir eingeredet. In einer Stunde erledigt!

    So nicht! Was ich ändern wollte:

    Fast immer bevor ich ein Refashion Projekt anfange, lasse ich die Idee erst einmal ein paar Tage reifen. Oft komme ich nicht sofort auf gute Lösungen, sondern habe nur eine grobe Vorstellung davon, was ich machen möchte. Nach und nach entsteht dann in meinem Kopf ein Bild und ich überlege, wie ich es am besten umsetzen kann. Bei dieser Jeans war mir von Anfang an klar, dass ich den Bund enger machen müsste, um ihr überhaupt eine Chance zu geben. Der Stoff hat einen ziemlich hohen Elasthananteil und ist dadurch sehr dehnbar. Trotzdem waren am Bund Gummis eingenäht, die diesen Stretchanteil noch erhöht haben und noch dazu wurde der Bund gedehnt angenäht. Dafür wurde ordentlich an formgebenden Nähten gespart. Der Sattel z.B., der ja normalerweise die Funktion von Abnähern übernehmen sollte, war eher eine Attrappe.

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    So nicht! Das war klar…

    Das sah übel aus, zumal die Gummis nicht einmal ihren Zweck erfüllten – die Hose rutsche beim Tragen schnell auf die Hüfte, was sie ziemlich unförmig aussehen lies. Ich mag ja Mom-Jeans, aber nur, wenn sie auch da sitzen wo sie sollen. Die Gummis mussten raus, soviel war klar. Stattdessen wollte ich die Hose eigentlich an der hinteren Mittelnaht nach oben hin enger nähen. Das ist auch die Methode, die ich am häufigsten im Internet finde, wenn ich nach „Hosenbund enger nähen“ suche. Außerdem fand ich, dass der Hose hinten Taschen fehlten. Ich hatte mir überlegt, sie auf 3/4-Länge zu kürzen und die abgeschnittenen Hosenbeine zu Gesäßtaschen zu verarbeiten. Seit ich mir meine erste Culotte genäht habe, finde ich nämlich diese Länge einfach toll. In meinem Kopf sah das alles ganz super aus und lies sich in ca. 3 Stunden umsetzen. Maßlos überschätzt (mich selbst). Und maßlos unterschätzt (die Hose, die Arbeit, die Tücken). Denn: Nichts von dem, was ich mir vorgenommen habe, konnte ich am Ende umsetzen. Die Hose ist trotzdem fertig geworden und gefällt mir gut. Und so sieht sie jetzt von hinten aus:

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    Schon besser, finde ich.

    Mal schnell den Bund enger nähen? Von wegen!

    Es gibt natürlich verschiedene Methoden, Hosen am Bund enger zu machen. Am häufigste Variante ist wie gesagt die, bei der die hintere Mittelnaht nach oben hin enger genäht wird. Dafür wird der Bund hinten ab- und die hintere Naht ein paar Zentimeter aufgetrennt. Was an Weite zu viel ist, wird dann an der Naht und natürlich auch am Bund weggenommen und danach wieder alles zusammen genäht.
    Allerdings eignet sich diese Variante eher, wenn die Hose nur wenige Zentimeter zu weit ist. Wie sich nach dem Abtrennen des Bunds und der eingenähten Gummibänder herausgestellt hat, war die Mehrweite bei meiner Jeans aber stolze 15 cm. Eindeutig zu viel, um sie nur an der kurzen Sattelnaht wegzunehmen. Noch dazu dehnt sich die Hose durch den hohen Elasthananteil noch beim tragen. Deshalb wollte ich sie auf jeden Fall so haben, dass sie genau passt und keine Bequemlicheitszugabe machen. Sprich, die Hose sollte knapp sitzen, damit sie nicht rutscht, wenn sie sich beim Tragen weitet – ein riskantes Unterfangen, wenn man wie ich gerne mal ein paar Kilos ab- und wieder zu nimmt (dazu später mehr). So viel Stoff nur an einer Stelle wegzunehmen hätte total komisch ausgesehen. In solchen Fällen hilft es, die Abnäher – denn etwas anderes ist das schmaler nähen an der Mittelnaht eigentlich nicht – auf mehrere Stellen zu verteilen. Ich wollte also hinten auf jeder Seite 8cm durch Abnäher wegnehmen, aber auch auf keinen Fall die Abnäher durch den Sattel nähen. Den einfach komplett wegzulassen ging aber auch nicht, weil die Hose dann viel zu niedrig gesessen hätte. Den hohen Sitz wollte ich gerne beibehalten, da er einfach gut zum Stil der Jeans passt. Außerdem hätte ich dann den Bund so tief legen müssen, dass die Taschen vorne nicht mehr benutzbar gewesen wären. Also habe ich mich entschieden, die Abnäher unter den Sattel zu legen und diesen dafür erst einmal abgetrennt.

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    Den Hosenbund enger nähen mit Abnähern? Am Arsch!

    Bis dahin lief eigentlich alles ganz problemlos und ich war ziemlich zuversichtlich. „Zwei Abnäher hinten einnähen, kein Problem“, dachte ich mir „ich habe schon hundert Mal Abnäher genäht, die Hose mache ich heute Abend noch fertig“. Ganz so leicht war es dann doch nicht, es hat fünf Tage gedauert. Obwohl die Lösung am Ende wirklich einfach war, habe ich sie gefühlt hundert Mal abgesteckt, genäht und aufgemacht. Meine Abnäher-Bilanz hat sich also durch diese Hose mindestens verdoppelt. „Ich habe schon 200 Mal Abnäher genäht“, werde ich beim nächsten Mal denken. Hoffentlich klappt es dann besser. Egal, wie ich sie gesetzt habe, die erste Male sahen die Abnäher immer so aus (und ja, ihr dürft gerne herzlich lachen, habe ich auch, im Nachhinein):

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    Immerhin, ungefähr beim 90. Mal bin ich auf die Idee gekommen, die Abnäher abzustecken und dann die Hose anzuprobieren, rechte Stoffseite außen. Ja, mit den Nadeln drin. Ja, das hat gepiekst. Aber dafür bin ich dem Problem auf die Schliche gekommen. Mein Fehler war folgender: Ich hatte die Abnäher ziemlich mittig platziert und sie dann nach ca. 10 cm enden lassen – ungefähr an der stärksten Stelle meines Hinterns, weil ich das so von allen anderen Abnähern kenne. Sie enden immer an oder kurz vor der stärksten / rundesten / dicksten Stelle von etwas (Hüfte, Brust, Schulter… aber anscheinend nicht Po). Dadurch haben sie diese seltsamen Spitzen gebildet. Ich dachte die ganze Zeit, dass es daran liegt, dass ich sie feiner auslaufen lassen muss und habe sie wieder und wieder genäht, die Naht dabei immer mehr nach innen abgerundet.

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    Des Rätsels Lösung – die Abnäher waren wohl einfach zu breit bzw. zu kurz.

    So habe ich es gelernt, nochmal nachgelesen und so funktioniert es nach meiner Erfahrung z.B. super bei Brustabnähern. Erst durch das Abstecken und Anprobieren habe ich rausgefunden, dass ich sie seitlicher platzieren muss. Dadurch konnte ich sie ein ganzes Stück länger machen, wodurch sie natürlich einen viel schmaleren Winkel haben. Das war der ganze Zauber. Warum das aber in diesem Fall so ist und in anderen Fällen nicht, ist mir ein Rätsel. Ich gebe mich damit zufrieden, dass es am Ende funktioniert hat. Falls ihr dazu sachdienliche Hinweise habt, würde ich mich trotzdem freuen, wenn ihr sie mir in die Kommentare schreibt – vielleicht kann ich mir dann beim nächsten Mal viel Arbeit und Nerven sparen.

    Fehlt noch was? Sattel und Bund enger nähen.

    Die Hose war fast fertig, ich fix und fertig, aber auch froh, dass ich nicht aufgegeben hatte. Was noch fehlte, waren Sattel und Bund, die wieder angenäht werden mussten. Dazu habe ich den Sattel von der Mitte aus zu beiden Seiten nach außen hin rechts auf rechts an die Hose gesteckt. An beiden Seiten stand er jetzt ein ganzes Stück über. Ich habe ihn zuerst angenäht und dann erst gekürzt und die Seitennähte wieder geschlossen. Zum Schluss habe ich natürlich noch den Bund angenäht. Hier habe ich es umgekehrt gemacht und ihn von vorne vom Verschluss aus nach hinten hin festgesteckt und dann an der hinteren Mitte soweit gekürzt, wie es nötig war. Blöderweise habe ich dabei die Dehnbarkeit des Stoffs etwas unterschätzt (und das, obwohl ich soviel darüber geschrieben habe) und den Bund zu viel gekürzt. Der Knopf ging nicht zu… Es könnte auch daran gelegen haben, dass ich vor lauter Nähfrust nicht nur Need for Needles sondern auch Need for Noodles gehabt habe, aber das nur am Rande. Ich habe dann kurzerhand die Gürtelschlaufen, die ich eigentlich wieder annähen wollte, zusammengenäht und in die Mitte des Bunds eingefügt, was sich ganz gut macht, wie ich finde.

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    DAS war dann doch ein Bisschen zu knapp – wie konnte ich das nicht sehen?!

    Übrigens: Die Idee mit der ¾ Länge habe ich unterwegs einfach verworfen. Ganz so weit, wie ich gedacht hatte, sind die Hosenbeine nämlich doch nicht und auch die Gesäßtaschen fehlen mir jetzt mit den Abnähern nicht mehr. Den Eighties-Look hätte es auf jeden Fall kaputt gemacht, die Jeans so stark zu kürzen. Ich belasse es also beim enger genähten Bund. Der Witz schlechthin ist: Seit ich die Hose genäht habe, sind die Sportkurse geschlossen und meine Fahrten mit dem Rad ins Büro entfallen auch größtenteils. Das macht sich bemerkbar, die Hose saß zwischenzeitlich doch ziemlich knapp. „Stark auf Figur genäht“ hätte meine Oma das genannt. Getragen habe ich sie trotzdem in den letzten Monaten, sie ist schließlich dehnbar und noch dazu durch den hohen Bund unglaublich bequem. Allerdings bin ich mir immer noch nicht sicher, ob ich sie jetzt total toll oder grauenhaft finden soll. Das wird mir wahrscheinlich Jahre später ein Blick auf diesen Blogpost zeigen, bei dem ich mich fragen werde, was um alles in der Welt ich mir dabei gedacht habe… diese wahnsinnig tolle Hose zu tragen. Oder so ähnlich.

    Das Oberteil – ein Tank Top aus dunkelblauem Rib Jersey

    Tank-Top-nähen

    Das blaue Oberteil, das ich heute zur Hose trage, habe ich dagegen ganz frisch genäht. Den dunkelblauen Ripp Jersey habe ich über Stoffetauschen erstanden. Den Schnitt habe ich aus der Burda (Ausgabe 2/2013, Nr. 134), habe ihn aber etwas abgewandelt. Neben FBA und Hohlkreuzanpassung habe ich die Abnäher in den Armausschnitt verlegt und einen kleinen Stehkragen angenäht. Für den Kragen und die Ärmelbündchen habe ich den Jersey dann längs zugeschnitten, damit es einen schönen Kontrast von quer und längs verlaufenden Rippen gibt. Leider habe ich bei der Größenauswahl unterschätzt, wie dehnbar der Jersey ist (das ist wohl das heimliche Thema des heutigen Posts). Eigentlich ist der Schnitt nämlich für Webware gedacht, aber das habe ich irgendwie übersehen. Es war viel zu weit, die Abnäher endeten ein paar Zentimeter unter dem Brustpunkt und der Nacken stand ab.

    Es stimmt zwar oft, dass wir bei selbstgenähten Sachen kritischer sind, als bei Kaufkleidung, aber das Teil hätte ich nicht mal geschenkt genommen. Trotzdem wollte ich die Vorstellung von dem tollen Top, dass ich mir ausgedacht hatte, noch nicht loslassen. Das Resultat war, dass ich im Nachhinein ziemlich viel frickeln musste, um das Tank Top in Form zu bekommen. Ich habe:

    • Jede Menge Stoff an den Schulternähten weggenommen, um die Abnäher höher zu setzen
    • Die Seitennähte nach und nach immer enger genäht
    • Beim Rückenteil an den Schulternähten auf der Seite des Halsausschnitts gut 3 cm weggenommen, so dass der überschüssige Stoff wegfiel
    • Neue Armlöcher zugeschnitten, weil diese durch die anderen Änderungen ziemlich eng geworden waren

    Anschließend habe ich denn den Kragen wieder angenäht, schmale Bündchen an die Armlöcher genäht und das Shirt gesäumt. Jetzt bin ich zum Glück doch ziemlich zufrieden und froh, dass ich drangeblieben bin. Das Einzige, was mich jetzt noch stört ist, dass das Top am Bund etwas absteht, aber damit kann ich leben. Den Wechsel von Quer- zu Längsrippen finde ich dafür wunderschön. So ist es eben manchmal beim nähen (zumindest bei mir): Mal klappt es und mal klappt es nicht. Bis jetzt hat es sich für mich aber fast immer gelohnt, sich nicht geschlagen zu geben. Meistens kommt am Ende doch ein schönes und tragbares Teil dabei raus und auch wenn nicht, habe ich viel dabei gelernt. Dieses Mal ist ja letztendlich alles gut gegangen. Ich finde, die Teile passen super zusammen – und das nicht nur, wegen ihrer ähnlich holprigen Entstehungsgeschichte.

    Welche Methoden nutzt ihr, um Hosen enger zu nähen? Und falls ihr Tipps wegen der Abnäher habt, immer her damit! Schreibt mir gerne einen Kommentar. Ich springe jetzt mit diesem neuen Lieblingsoutfit beim Me Made Mittwoch vorbei. Wenn euch der Artikel gefallen hat, sagt es gerne weiter oder folgt mir auf Instagram oder Pinterest.

    Liebe Grüße
    Inga

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    Sew sustainable? Teil 6: Repairvolution! Warum wir alle unsere Kleidung reparieren (lassen) sollten.

    Wusstet ihr, dass sich die Anzahl der gekauften Kleidungsstücke in den letzten Jahren fast verdoppelt und dafür die Tragedauer halbiert hat? Das gibt eine Greenpeace Studie für die Jahre 2002 – 2015 für verkaufte Kleidung und 2002 – 2017 für die Tragedauer an (Quelle: Greenpeace) Ich glaube zwar, dass diese Quote bei selbstgenähten Sachen deutlich anders aussieht, aber trotzdem werden viele Teile wahrscheinlich aus verschiedenen Gründen nicht so lange getragen wie sie könnten. Teilweise passen sie vielleicht nicht mehr (oder haben von Anfang an nicht richtig gepasst), sind aus der Mode oder einfach zerschlissen – was immerhin heißen würde, dass sie heiß geliebt und rauf und runter getragen wurden.

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    Sew sustainable? Teil 5: Stoffe gebraucht kaufen (und wieder loswerden)

    * Achtung: Unbezahlte und unbeauftragte Werbung

    Es geht Schlag auf Schlag, denn dies ist schon Teil fünf meiner kleinen Reihe zur Fashion Revolution. Dieser Artikel wird etwas kürzer, dafür aber auch pragmatischer. Das Thema heute ist nämlich, woher wir gebrauchte Stoffe bekommen können und wie wir den Stoffen, die wir nicht mehr vernähen wollen, eine zweite Chance geben können. Denn erstens gibt es nicht alle Stoffe, mit denen ihr vielleicht arbeiten wollt, aus bio-fairer Produktion und zweitens können sich diese nicht alle leisten. Gebrauchte Stoffe können eine gute Möglichkeit sein, trotzdem ressourcenschonend zu nähen.

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    Nähkästchen

    Sew sustainable? Teil 4: Wie viel Kleidung brauche ich eigentlich?

    Hand auf‘s Herz – wie viele Sachen aus eurem Schrank zieht ihr nicht oder nicht so gerne an? Ich hatte lange das Problem, dass ich zwar noch nicht einmal so viele Sachen im Schrank hatte, aber auch dabei nicht allzu viele waren, die mir gefielen. Genauso ging es mir früher mit Stoffen, die ich spontan gekauft und dann nie vernäht habe. Vor einigen Jahren habe ich dann angefangen, radikal auszusortieren. Es ist seitdem nicht wirklich leer geworden in unserer Wohnung, aber mein Blick auf das, was wir brauchen, hat sich dadurch sehr verändert. Seit ich an meiner Capsule Wardrobe arbeite habe ich natürlich noch mehr Fokus darauf gelegt, mir wirklich gute und passende Kleidung zu nähen und versuche, auch nur dafür Stoffe zu kaufen.

  • Schnittmuster-anpassen
    Nähkästchen

    Sew sustainable? Teil 3: Was Schnittmuster anpassen mit nachhaltigem Nähen zu tun hat

    Gibt es selbstgenähte Fast Fashion? Diese Frage stelle ich mir schon seit einiger Zeit. Ich habe ja schon geschrieben, dass Nähen meiner Meinung nach nicht automatisch nachhaltiger ist als die schnell produzierten Trends der Modeindustrie. Nachhaltiges Nähen hat für mich aber nicht nur mit den verwendeten Materialien zu tun, sondern auch mit der Art, wie wir nähen. Natürlich können wir auch ein schnell genähtes T-Shirt heiß und innig lieben und tragen, bis es uns vom Leib fällt – aber trotzdem glaube ich, dass die Zeit, die wir in ein Kleidungsstück stecken, die Wertschätzung beeinflusst, die wir ihm geben. Ein Teil, dass wie für uns gemacht ist, eben weil wir es genau für uns gemacht haben, werden wir wahrscheinlich länger tragen und besser pflegen. Aus meiner Erfahrung gehören Schnittanpassungen zu wirklich gut sitzender Kleidung dazu – vor allem, wenn man an einzelnen Stellen nicht in die gängigen Schnittmustermaße passt. Ich mache inzwischen für fast jedes Teil eine Längen- und Hohlkreuzanpassung und natürlich meine heißgeliebte FBA (= Full Bust Alteration. Keine Ironie, ich liebe sie wirklich).

  • Who made my fabric? / Textilproduktion
    Nähkästchen

    Sew sustainable? Teil 2: Textilproduktion – Stoff zum Nachdenken

    „Who made my fabric?“ – das ist eine der Fragen, die die Fashion Revolution Week in diesem Jahr stellt. Eine andere ist „What‘s in my clothes?“ und die können wir, wenn wir selbst nähen, meistens gut beantworten – zumindest, was die Fasern unserer Stoffe angeht. Ob wir Stoffe aus Polyester, Baumwolle, Viskose oder Tencel kaufen (oder was sonst noch), haben wir bei der Auswahl selbst in der Hand. Anders ist es allerdings bei der Textilproduktion – wir wissen in der Regel nicht, zu welchen Arbeits- und Umweltbedingungen unsere Meterware hergestellt wird, zumindest dann nicht, wenn sie nicht mit einem Nachhaltigkeitssiegel ausgezeichnet ist (und auch bei den Siegeln gibt es große Unterschiede).

  • Fashion Revolution Week 2021
    Nähkästchen

    Sew sustainable? Teil 1: Gedanken zur Fashion Revolution Week 2021

    Warum auch die Nähwelt eine Fashion Revolution braucht

    Heute startet die Fashion Revolution Week 2021 und Menschen weltweit fordern Veränderungen in der Modeindustrie. Trauriger Anlass dafür ist alljährlich der Einsturz der Textilfabrik Rana Plaza vor 8 Jahren, bei dem über 1100 Menschen ums Leben kamen. Damals ging ein Aufschrei um die Welt, viele Menschen wollten die Bedingungen zu denen ihre Kleidung produziert wird, nicht mehr hinnehmen. Allerdings hat sich seitdem die Situation nicht wesentlich verbessert – im Gegenteil.

  • Bündchen-erneuern
    Reparieren

    Lebensverlängernde Maßnahmen für einen Pulli: Kaputte Bündchen erneuern

    * Achtung, dieser Beitrag enthält unbeauftragte und unentgeltliche Werbung

    Vor einiger Zeit bat mich eine Freundin um Rat. Sie hat einen Lieblingspulli, der insgesamt noch super erhalten ist, allein die Ärmelbündchen seien ziemlich abgenutzt. Meine erste Reaktion war, sie auf meinen Artikel für meinen reparierten Hoodie zu verweisen, aber dann fiel mir auf, dass ich darin gar nicht erkläre WIE ich die kaputten Ärmelbündchen ausgetauscht habe. Wenn das nicht eine gute Gelegenheit war, das nachzuholen. Ich habe also ihren Pulli mitgenommen um die Bündchen auszutauschen und habe dabei diesmal Fotos gemacht. Die nächste, die fragt, kann ich ja dann auf diesen Artikel verweisen.

  • Culotte Burda 3/2015
    Nähen nach Schnittmustern

    Besser spät als nicht: Eine große Schwester für meine blaue Culotte

    Eigentlich nähe ich Schnittmuster ungern mehrmals. Ich gehöre nicht zu denen, die sich ein und dasselbe Kleidungsstück in drei verschiedenen Varianten nähen was unter anderem daran liegt, dass ich gerne wenig Sachen habe, aber trotzdem unterschiedliche Schnitte im Schrank haben möchte.

  • nachhaltig nähen - Mantelfutter-einnähen
    Refashion

    Wintermantel-Makeover Teil 5 – Mantelfutter einnähen oder: „Du hast dich verändert“

    So, es geht zum Endspurt, was meinen neu gefütterten Mantel angeht. Das „nächste Wochenende“, das ich mir zum fertig werden vorgenommen hatte, ist inzwischen eine ganze Weile her, ganz so schnell ging es dann doch nicht. Das Mantelfutter einnähen war dabei allerdings nicht das Problem, sondern eher, die Zeit zu finden, diesen Artikel zu schreiben. Der Alltag hat sich seit Anfang Dezember wie bei so vielen zum Spagat zwischen Erwerbsarbeit und Kinderbetreuung entwickelt, da bleibt leider gerade so einiges andere auf der Strecke, dass mir eigentlich wichtig ist. Dass ihr erst jetzt den Abschluss meines Mantel-Makeovers zu lesen bekommt lag also eher an den äußeren Umständen als am Schwierigkeitsgrad. Ein Mantelfutter richtig einzusetzen ist nämlich gar nicht so schwer, wie ich dachte. Das meiste könnt ihr mit der Nähmaschine machen und es muss viel weniger von Hand genäht werden, als ich befürchtet hatte. Aber der Reihe nach: