Reparieren

Leggings kürzen in 20 Minuten oder „Wie kriegt das Kind nur immer die Hosen kaputt?“

„Wie kriegt das Kind nur immer die Hosen kaputt?“ Diese Frage habe ich früher oft gehört. Die Antwort war und ist: „Ich habe keine Ahnung.“ Es muss an den Hosen liegen. Heute weiß ich dafür immerhin, wie ich sie nach dem kaputtkriegen wieder repariert bekomme.

An den Spruch von damals musste ich neulich wieder denken, als ich meine Leggings aus dem Schrank zog. Ja genau, nicht eine, sondern meine Leggings, weil ich nur diese eine meine besitze. Ich zog sie aus dem Schrank, zog sie an und sie war an einem Bein komplett kaputt. Ich bin ein großer Fan des Stopfens und Flickens, aber da war nichts mehr zu machen. Wie und wann das passiert ist? Keinen Schimmer.

Bei vielen wäre jetzt die Reaktion wahrscheinlich, die Hose weg zu werfen. Wer eine Nähmaschine hat, ist da besser dran. Wir können kaputte Kleidung reparieren. In meinem Fall war mit einfachem Reparieren zwar nichts zu machen, aber es blieb ja immer noch die Möglichkeit, die Leggings zu kürzen. Eine 3/4-Leggings wollte ich sowieso schon länger haben. Im Sommer habe ich diese Leggings sowieso immer bis kurz unters Knie hochgekrempelt, weil es mir sonst zu heiß ist. Die Löcher am Saum und an der Seitennaht waren also nur noch der nötige Anstoß.

Leggings-kürzen
Markieren und abschneiden – das ist schon die halbe Arbeit beim Leggings kürzen.

Eine Leggings zu kürzen ist denkbar einfach. Zuerst müsst ihr die Stelle markieren, an der sie abgeschnitten werden soll. Das macht ihr natürlich am besten vor dem Spiegel während ihr die Hose anhabt. Eine Stecknadel reicht zur Markierung aus. Danach könnt ihr auf der Höhe der Markierung einen waagerechten Strich ziehen. Schneidet die Hose anschließend ca. 1cm (oder wieviel Nahtzugabe ihr auch üblicherweise nehmt) ab.

Für den Abschluss habt ihr nun zwei Möglichkeiten:

Umgeschlagener Saum

Ich fange mal mit der Variante an, die ich nicht gewählt habe:Wenn ihr diese Möglichkeit wählt, solltet ihr eher 2cm Nahtzugabe überstehen lassen. Schlagt den Saum zwei Mal nach innen um und näht ihn fest. Allerdings müsst ihr dafür einen elastischen Stich wählen. Das sieht am schönsten aus, wenn ihr eine Zwillingsnadel verwendet. Falls ihr diese Möglichkeit bei eurer Maschine nicht habt, gibt es dafür auch verschiedene Zierstiche, es genügt aber auch ein schmaler Zickzackstich. Ich persönlich finde das aber nicht so schön, da man die Stiche auch außen auf der Hose sieht. Eine Zwillingsnadel hatte ich nicht zur Hand, deshalb habe ich mich für eine andere Methode entschieden.

Bündchenabschluss aus dem abgeschnittenen Stoff nähen

Der Stoff der Leggings ist ja dehnbar. Da liegt es nahe, aus dem übrigen Stoff ein Bündchen zu nähen. Leggings laufen ja für gewöhnlich nach unten hin schmal zu, was in dem Fall ganz praktisch ist. Bündchen müssen, damit sie nicht abstehen, immer etwas schmaler zugeschnitten sein, als der Saum an den sie angenäht werden. Ihr könnt also einfach zwei entsprechend breite Streifen aus den abgeschnittenen Beinen der Leggings zuschneiden. Dafür nehmt ihr die gewünschte Länge des Bündchens mal zwei und fügt noch zweimal die Nahtzugabe hinzu. Bei mir waren es insgesamt 4cm (2x 1cm Bündchenlänge + 2x 1cm Nahtzugabe). Natürlich könnt ihr das Bündchen auch aus jedem anderen dehbaren Stoff zuschneiden. Achten dann aber darauf, dass es ca. 10% schmaler ist, als der Saum der Leggings.

Leggings-kürzen
Beim abstecken muss das Bündchen gleichmäßig gedehnt werden.

Nach dem Zuschneiden wird das Bündchen links auf links umgeschlagen und an der Kante gebügelt. Dann steckt ihr es von der rechten Seite aus an den Hosensaum. Achtet darauf, dass die Seitennähte von Hose und Bündchen aufeinandertreffen. Damit die Nacht an den Stellen nicht zu wulstig wird, könnt ihr die Seitennaht der Hose nach hinten und die des Bündchens nach vorne legen.

Nun muss das Bündchen nur noch angenäht werden – entweder mit der Overlock, oder einem Zickzackstich. Manche Nähmaschinen haben auch einen Overlockstich, der die Naht direkt mit versäubert (den habe ich benutzt). Eine Overlockmaschine habe ich übrigens nicht und komme auch mit den verschiedenen Stichen meiner Nähmaschine gut zurecht. Natürlich sehen Overlocknähte professioneller aus, aber ich finde, man kann auch ohne sehr schöne Nähte hinbekommen.

Ein einfacher Zickzack- oder Bündchenstich reicht aus.

Das ging ja schnell…

Tja, was noch? Nichts mehr. Die kürzere Leggings gefällt mir sogar besser als vorher. Da hat sich das kaputtkriegen doch richtig gelohnt… Eine dritte Möglichkeit wäre übrigens, den Saum mit einem dehnbaren Stoffstreifen einzufassen. Das habe ich aber noch nicht probiert, jedenfalls nicht zum Säumen. Dafür müsstet ihr den Streifen ebenfalls ca. 10% schmaler zuschneiden, als den Hosensaum und ihn dann wie Schrägband bügeln und annähen. Wie das geht, habe ich hier schon mal beschrieben.

Leider habe ich im Eifer vergessen, das „Vorher“-Foto zu machen. So sieht die Leggings nach dem kürzen aus.

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