Pullover-Refashion
Refashion,  Sew Unperfect Linkparty

Sew Unperfect – die Refashion Linkparty | Thema Nr. 2: Pullis & Longsleeves

Seid ihr bereit für eine neue Runde von #SewUnperfect? Mit den Hosen haben wir angefangen, jetzt sind die Pullis dran. In den nächsten sechs Wochen sammeln wir Ideen für euer nächstes Pullover Refashion. Denn der Herbst ist da und wir holen alle unsere Pullover und Longsleeves wieder raus. Alle? Nicht ganz wahrscheinlich – denn jede*r von uns hat sicher das ein oder andere Oberteil ganz hinten im Schrank liegen, bei dem jetzt schon klar ist, dass wir es nicht tragen werden. Nicht so jedenfalls. Höchstens, wenn alle anderen in der Wäsche sind. So war es bei mir und diesem Longpulli, den ich mal sehr geliebt habe und der inzwischen einfach nicht mehr zu mir und meinem Stil passte. Das soll sich jetzt endlich wieder ändern, denn wie gesagt, der Herbst ist da und ich will mich endlich mal wieder in diesen doch irgendwie immer noch tollen Pullover kuscheln und mich so wohl darin fühlen wie früher.

Geht doch eigentlich… nicht mehr. Zeit für ein Pullover Refashion

Pullover_Refashion

Zugegeben, ich habe diesen Pulli früher sehr gern getragen und das war toll, aber er hatte auch damals schon ein paar Schwachstellen. Nur, dass sie mir nichts ausgemacht haben – es ging schon irgendwie. Die Ärmel waren ein kleines Bisschen zu kurz weil der Stoff nicht gereicht hat und ich hatte versucht, das mit längeren Bündchen auszugleichen. Außerdem hatte er eine selbst konstruierte Kapuze, die aber viel zu klein war, um sie bequem aufsetzen zu können. Beides fand ich lange Zeit zwar nicht optimal, aber irgendwie doch ok. Nur ganz ehrlich, ich will keine Sachen mehr tragen, die nur irgendwie ok sind. Echt nicht. Weil ich sie dann einfach nicht so viel trage, wie sie es verdient hätten. Und Petrol… geht heute für mich überhaupt gar nicht mehr. Ehrlich gesagt würde ich den Pulli vielleicht sogar immer noch in dem Zustand tragen, wie er war, wenn das Petrol nicht gewesen wäre. Aber das Maß war voll und wenn ich ihn mir schon für ein Refashion vornehmen würde, dann richtig. Im Frühling bin ich deshalb bei einem Nähtreff spontan dem Pulli an den Kragen gegangen – indem ich ihm die Kapuze abgeschnitten habe.

Pullover_Refashion

Die Kapuze wird zum Stehkragen

Die Idee war, daraus einen Stehkragen zu machen und der Plan war auch gar nicht so schlecht. Nur kamen dann immer wieder andere Sachen dazwischen, die ich spannender fand. Vielleicht lag es auch daran, dass ich mich mit dem Stehkragen einfach verschätzt hatte. Ich hielt es erstmal für eine tolle Idee, ihn relativ hoch zu lassen. Als ich ihn letzte Woche nochmal anprobiert habe um ihn nur noch schnell fertig zu nähen, war mir plötzlich klar, warum ich ihn so lange hatte liegen lassen. So einen Kragen wollte ich gar nicht. Seit ich mit der Capsule Wardrobe angefangen habe, hat sich mein Stil nochmal sehr verändert und ich bin mir inzwischen viel sicherer bei dem, was ich tragen möchte – und noch mehr bei dem, was ich nicht mehr tragen will. Und ein hoher Stehkragen ist es definitiv nicht, das fiel mir in dem Moment vor dem Spiegel wie Schuppen von den Augen. Also was tun? Bei dem Schnitt des Pullis ging die Kapuze, bzw. jetzt der Kragen in einen Brusteinsatz über, der sich auch noch überlappte – einfach abtrennen und einen normalen Halsausschnitt daraus machen, war also nicht drin. Ich habe den Kragen dann kurzerhand noch weiter runter geschnitten und oben mit Schrägband eingefasst. So gefiel mir das ganze schon mal viel besser.

Pullover-Refashion

Ärmel verlängern, ohne das man es merkt?

Als nächstes habe ich mir die Ärmel vorgenommen. Die waren wie gesagt etwas zu kurz und selbst mit dem längeren Bündchen rutschten sie mir bei jeder Armbewegung hoch. Davon abgesehen, dass ich so lange Bündchen sowieso nicht besonders mag, waren die Ärmel also selbst damit noch zu kurz. noch dazu hatten beide Ärmel kurz über dem Bündchen schon abgenutzte Stellen, die ich auch weg haben wollte wenn ich schon mal dabei war. Ich hatte ja jetzt den Stoff von der abgeschnittenen Kapuze übrig und habe die Ärmel deshalb ganz wagemutig über den Kaputten Stellen abgeschitten (die Bündchen hatte ich vorher abgetrennt). Aus dem Kapuzenstoff habe ich mir dann neue, etwas längere Stücke dafür zugeschnitten. Hier musste ich etwas stückeln, weil der Stoff nicht breit genug war, so dass ich an den neuen Ansätzen jetzt zwei Seitennähte habe, die aber nicht auffallen. Ich habe die Ärmel an der Seitennaht etwas aufgetrennt und die neuen Stücke angenäht. Dann habe ich die sichtbare Ansatznaht mit Nahtband abgedeckt, die Ärmelnaht wieder geschlossen und die Bündchen wieder angenäht – nicht ohne sie vorher etwas zu kürzen. Übrigens habe ich diese Methode letztes Jahr bei meinem Wintermantel schon mal angewendet und dazu eine bebilderte Anleitung gemacht.

Pullover-Refashion

Holler, die Waldfee!

Ja, das war schon alles ganz gut, aber jetzt brauchte er nur noch eine neue Farbe, denn in Petrol hätte ich ihn auch nach dieser Überarbeitung nicht getragen. Ich trage nicht meht viele Farben, eigentlich nur noch dunkle Blau-, Rot- und Violetttöne. Und schwarz. Bei der Grundfarbe hatte ich bei Blau letztendlich das größte Vertrauen, dass die Farbe so wird, wie ich sie mir vorstelle und ich habe mich das erste Mal an Pflanzenfarbe getraut. Da kam die Waldfee ins Spiel, bzw. der Holler, also der Holunder. Denn ich habe mich für Holunderblau entschieden und mir ein Färbeset der Marke Weja dafür gekauft (Achtung Werbung, aber unbezahlt und ohne Auftrag). Die Farbe ist nicht ganz so dunkel geworden, wie ich gehofft hatte, aber auf jeden Fall blau und ich bin doch recht happy mit dem Ergebnis. Etwas aufwändiger als mit den Textilfarben aus dem Drogeriemarkt war es schon, weil man mehrere Komponenten nacheinander in die Maschine geben muss. Das hat mich etwas Nerven gekostet, aber das Endergebnis war es echt wert, zumal ich bei den anderen Farben immer ein schlechtes Gewissen hatte, angesichts der Frage, was ich dabei alles ins Abwasser spüle. Ganz ohne Chemie geht es zwar auch bei Pflanzenfarben nicht, aber die Umweltbilanz scheint mir doch viel besser zu sein. Wenn ich darüber mal mehr schreiben und herausfinden soll, schreibt es mir doch in die Kommentare. Über die herkömmliche Textilfarbe habe ich übrigens hier schon mal etwas geschrieben.

Pullover-Refashion

Und so sieht mein neuer alter Pullover jetzt aus. Mir gefällt er wieder richtig gut, der Herbst kann also kommen bzw. bleiben. Den Pulli lege ich mir ab jetzt wieder weiter vorne in den Schrank. Und jetzt bin ich gespannt auf eure Beiträge zum Thema Pullis & Longsleeves – zeigt mal her und lasst uns die Ideen sammeln! Ihr könnt übrigens auch Instagram Beiträge hier verlinken – das war mir beim letzten Mal noch nicht klar. Benutzt dann nur für euren Beitrag trotzdem den #SewUnperfect, damit man die Sammlung hier und auf Instagram finden kann. Die Regeln könnt ihr weiter unten aber auch nochmal nachlesen.

Liebe Grüße

Inga

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4 Comments

  • Nria

    Sieht sehr schick aus, besonders der neue Halsausschnitt gefällt mir sehr gut! Hmm, ich habe auch noch den einen oder anderen Problempulli im Schrank, den ich mal angehen könnte …

    • Inga

      Liebe Nria,
      danke dir – mir gefällt er jetzt auch endlich wieder richtig gut. Was ist denn das Problem bei deinem Pulli? Da lässt sich bestimmt was machen – irgendwas geht ja immer!
      Liebe Grüße
      Inga

  • Nria

    Bei einem Pulli habe ich aus Stoffmangel bei den Ärmeln gestückelt und sie sind zu eng geworden. Noch mehr Stoff einsetzen will ich eigentlich nicht, zuviele Nähte auf kleiner Fläche sind ja auch unbequem … vielleicht nähe ich mal Ärmel aus einem anderen Stoff an und überlege, wie ich das harmonisch mit dem Rest verbinde.

    • Inga

      Hallo Nria,
      das mit den neuen Ärmeln klingt nach einer guten Idee. Je nach Stil des Pullis könntest du aus dem ursprügnlichen Ärmelstoff Bündchen für den Abschluss nähen. Es wirkt immer sehr harmonisch, wenn Hauptstoff und -farbe noch einmal am Ärmelabschluss aufgenommen werden.
      Liebe grüße
      Inga

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